Eine Frage der Dosis –Tipps zur richtigen Gartenbewässerung

 

 

Der Winter naht mit großen Schritten. „Bis Ende November sollte der Garten winterfest gemacht werden“, erklärt Gärtner von Eden Ottmar Hübner. Bevor Christstollen und Spekulatius wieder den Weg auf unseren Kaffeetisch finden, gibt es noch jede Menge zu tun. „Die Rasenfläche sollte von heruntergefallenem Laub befreit, unschön abgeblühte Triebe von Rosen entfernt und Stauden wie zum Beispiel Frauenmantel sauber zurückgeschnitten werden.“ Aber Achtung! Nicht alles rigoros kappen, denn getrocknete Blüten- und Fruchtstände bereichern, von Raureif überzuckert, das winterliche Gartenbild enorm. „Außerdem sollten immergrüne Pflanzen wie Buchs oder Bambus zusammengebunden und zeitnah von gefallenem Schnee befreit werden, damit sie unter den Lasten des Schnees nicht zusammenbrechen.“ Besonders wichtig: Das Gießen nicht vergessen! immergrüne Pflanzen benötigen auch im Winter regelmäßig Wasser, damit sie nicht zu sehr austrocknen. „Viele Pflanzen, die den Winter nicht überstehen, sind verdurstet und nicht erfroren“, verrät die Gärtner von Eden Mitarbeiterin Ruth Schweinberger.

Für mediterrane Gewächse im Topf, wie Oleander oder Zitruspflanzen, ist der richtige Zeitpunkt gekommen, ein gut temperiertes Plätzchen zum Überwintern  zu finden – etwa im lichtdurchfluteten Wintergarten. Tipp vom Profi: Frostempfindliche Kübelpflanzen können mit einer Noppenfolie zusätzlich geschützt werden. Wer nicht genug Platz hat, kann seine Lieblingsstücke beispielsweise auch bei einer Baumschule überwintern lassen, dort sind sie willkommene Gäste.

Auf Hochtouren sollte jetzt auch die Arbeit am Gartenteich laufen. Der Teich muss von alten Seerosen und anderen Wasserpflanzen, die absterben und das Wasser belasten könnten, befreit werden. Außerdem ist es jetzt an der Zeit, die Pumpen des Wasserbeckens und der Bewässerungssysteme vom Profi demontieren und reinigen zu lassen, damit sie durch die Minusgrade nicht beschädigt werden.

Die Winterzeit gilt zwar als die ruhigste Zeit im Gartenjahr, trotzdem gibt es immer etwas zu tun. „Der Winter sollte auch dazu genutzt werden, rechtzeitig die Gartenplanung für den kommenden Frühling anzugehen“, rät Ottmar Hübner. „Wesentliche Elemente der neuen Gartenjahrplanung sind die Auswahl neuer Pflanzen sowie das Umsetzen bereits vorhandener Gehölze.“ Struktur und eventuelle Schwachstellen des Gartens sind jetzt viel deutlicher zu erkennen.

Auch in der kalten Jahreszeit geizt der Garten nicht mit seinen Reizen und lädt dazu ein, ganz neue Entdeckungen zu machen. Raureif und Schnee verwandeln immergrüne Pflanzen und Gehölze in kunstvolle Eisskulpturen, die in der Wintersonne glänzen. Doch die Weichen für ein gelungenes Wintermärchen vor der eigenen Haustür werden schon viel früher gestellt: Wer schon während der Pflanzzeit die richtige Auswahl trifft, sorgt dafür, dass der winterliche Garten durch Form, Farbe und sogar Blüten und Duft bereichert wird. Beispielsweise durch die nach Vanille duftenden rosa Blüten des Winter-Schneeballs oder die frostbeständigen Blüten der Zaubernuss. Wer fragt da noch nach Christstollen?

 

Gartenbewässerung mit dem RasensprengerBewässerung mit dem Rasensprenger

Gewusst wie
Doch natürlich brauchen auch so genügsame Pflanzen wie Fetthenne oder Lavendel regelmäßig das lebenswichtige Nass. Es bleibt also die Frage: Wie gießt man richtig? „Eine professionell angelegte Bewässerungsanlage hat natürlich viele Vorteile“, erklärt Ottmar Hübner. „Sie kann elektronisch gesteuert werden, so dass sie zum vorprogrammierten Zeitpunkt eine genau auf die Bedürfnisse jeder einzelnen Pflanze abgestimmte Menge Wasser abgibt. Das gilt im Übrigen auch für Urlaubszeiten. Außerdem sorgt die Verlegung von Tropfschläuchen, die das Wasser direkt in Wurzelnähe abgeben, dafür, möglichst sparsam mit der wertvollen Ressource Wasser umzugehen.“

Wer zu Gartenschlauch und Gießkanne greift, sollte sich Gedanken machen, woher er sein Gießwasser bezieht: „Unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten ist Regenwasser natürlich immer dem Leitungswasser vorzuziehen“, mahnt der Gartenexperte. Aufbereitung und Transport des Trinkwassers erfordern einen hohen Energieeinsatz, Regenwasser hingegen steht in den meisten Gärten ganz kostenlos und klimafreundlich zur Verfügung – vorausgesetzt, man sammelt es.

Je nach Geschmack und Geldbeutel stehen ganz unterschiedliche Lösungen für das Auffangen von Regenwasser zur Verfügung. Von der klassischen Regentonne bis zu großvolumigen Zisternen, die komplett in der Erde versenkt werden, reicht das Angebot. „Als Faustformel gilt, dass pro Quadratmeter Garten und Jahr 70 Liter Regenwasser zur Verfügung stehen müssen, um den Garten ausschließlich damit bewässern zu können“, rechnet der Experte vor. Viele Kommunen unterstützen sogar den Bau einer Zisterne mit Fördermitteln.

Bewässerung mit der GießkanneBewässerung mit der Gießkanne

Erhöhter Wasserbedarf
Wann und wie oft nun gegossen werden muss, ist natürlich von den Niederschlagsmengen abhängig. „Je lehmhaltiger der Boden, desto länger kann er das Wasser speichern und desto seltener muss gewässert werden. Und wenn es dann soweit ist, lieber intensiv, damit das Wasser den Boden auch wirklich durchdringen kann und nicht nur an der Oberfläche bleibt.“ Anders ist es bei frisch Gepflanztem: So lange die Wurzeln den umgebenden Boden noch nicht durchdrungen haben, brauchen sie viel und regelmäßig Wasser. Auch Kübelpflanzen sollten in trockenen, sonnigen Zeiten täglich gewässert werden. Dankbar für eine Extraportion Wasser und außerdem regelmäßige Düngergaben sind außerdem all die Pflanzen, die sich gerade anschicken, zu blühen.

In jedem Fall lohnt ein Gespräch mit einem Gartenprofi. Er kann detailliert Auskunft geben, ob und in welchem Umfang eine Bewässerungsanlage für einen Garten sinnvoll ist, wie der Boden regional beschaffen ist, welche Pflanzenauswahl sich für Gießmuffel eignet und wie sich auch großvolumige Regensammelbehälter optisch ansprechend in einen Garten integrieren lassen. Das Fazit von Ottmar Hübner in Sachen Bewässerung lautet: „Durch den wenigen Regen muss tatsächlich derzeit schon vermehrt gegossen werden. Doch wer dies mit Augenmaß und standortgerecht tut, kann seinen Arbeitsaufwand und die eingesetzte Wassermenge optimieren.“