Die Tausendsassa-Pflanze

Gräser haben ganzjährig Saison

Derzeit spielen Gräser ihre Qualitäten als Vielseitigkeitskünstler im Garten voll aus. Denn in der kalten Jahreszeit trumpfen sie, die im Frühjahr und Sommer in dekorativem Grün und mit ausdrucksstarken Blütenständen den Garten bevölkert haben, noch einmal richtig auf. Gärtner von Eden Ottmar Hübner von Hübner Gärtner von Eden in Stiefenhofen kennt sich mit Gräsern bestens aus und verrät, wie sie das ganze Jahr über optimal zur Geltung kommen.

Gräser im Herbst

Wer Gras nicht nur in Form von Rasen in seinem Garten haben möchte, hat einige hundert Sorten mit zum Teil höchst unterschiedlichen Eigenschaften zur Auswahl. Der baumhohe Bambus gehört ebenso dazu wie polsterbildende Bodendecker. Schattentaugliche Sorten gibt es genauso wie solche, die pralle Sonne vertragen, und auch in Sachen Bodenbeschaffenheit und Wasserversorgung findet sich für jede Umgebung das passende Gras. Diese Vielfalt macht Gräser zum universell einsetzbaren Gärtnerliebling, vorausgesetzt, der Gartenbesitzer ist sich im Klaren darüber, welche Effekte er erzielen möchte. Die unterschiedliche Entwicklung der einzelnen Sorten im Verlauf der Jahreszeiten sollte man auf jeden Fall in die Überlegungen einbeziehen, so Gartengestalter Ottmar Hübner von der Firma Hübner Gärtner von Eden.

Gräser im Winter

Ganzjahrestauglich
So bilden immergrüne Gräsersorten im Herbst und Winter einen reizvollen Kontrast zu den sich verfärbenden Blättern anderer Pflanzen und halten die Erinnerung an die warmen Monate im Garten lebendig. Doch auch Gräsersorten, die im Herbst ihre Farbe wechseln, können jetzt noch einmal punkten. In der Vergangenheit wurden diese mit Anbruch des Herbstes vielfach zurückgeschnitten. Der aktuelle Trend im Garten sieht jedoch ganz anders aus, so Experte Hübner: „Wer sommergrüne Gräser im Herbst zurück­schneidet, lässt sich etwas entgehen.“ Die kupferartige Herbstfärbung bringt eine neue Nuance in den Garten. Und an kalten Morgen bildet Raureif auf Wedeln und Blättern bizarr-schöne Eisgemälde aus. „Eine kleine Ein-Watt-Lampe in die Graspflanze gestellt, schafft zusätzlich Feuereffekte“, verrät der Gestaltungsprofi.

So wie Gräser je nach Vegetationsperiode ihren immer wieder neuen Charme entfalten können, passen sie aufgrund ihrer Sortenvielfalt klug platziert in nahezu jeden Garten. „Ob romantisch oder designorientiert: Es gibt immer das passende Gras“, weiß Gärtner von Eden Hübner aus Erfahrung.

Wandlungskünstler
Immergrüne Gräser wie die Lilientraube oder der Schlangenbart sind etwas dominanter und eigenen sich gut, um die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Da sie weniger verspielt sind und außerdem langsamer wachsen, passen sie perfekt in den puristischen Garten.

Kleine Gärten stellen Gestalter und Planer oft vor besondere Herausforderungen. Auf wenig Raum soll es abwechslungsreich zugehen, ohne dass der Eindruck von Enge oder Zuviel entsteht. Auch hier punkten geschickt eingesetzte Gräser. Sie nehmen wenig Raum ein, können aber die vielfältigsten Effekte erzielen: Hohe Gräser bringen Bewegung, eine Kombination aus Sorten mit unterschiedlichen Wuchshöhen kann den Raumeindruck verändern. „Aber“, mahnt der Experte, „bitte nicht zu viele Sorten mischen. Sonst entstehen Kreuzungen und der ursprünglich gedachte optische Effekt verändert sich.“